Elektroauto vs. HVO100, E-Fuel und Wasserstoffautos

  • Die einen sagen es braucht die Kehrtwende im Automobilsektor und diese sei mit Elektroautos so schnell nicht zu bewerkstelligen, dafür brauch man das Wasserstoffauto bzw. E-Fuel wie dem Dieselersatzstoff HVO100.

    Hier ein kleiner Beitrag der in Richtung Elektroautos geht und insbesondere das HVO100 als sehr fragliche Alternative da stehen lässt.

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    Gruß
    Delmar

  • HVO100 ist aber kein e-Fuel, höchstens der Wasserstoff kann "grün" sein. HVO ist dem Namen nach hydriertes Pflanzenöl, aber in der Regel kein "frisch gepresstes", wie beim Biodiesel, wo Fettsäuren mit Methanol zu FAME (fatty accid methylen ester) reagieren. HVO wird aus gebrauchten Speiseölen und -fetten aus Restaurants und Großküchen gemacht, also aus Abfall.

    Anfangs war mal die Rede von Raps-Sprit, mittlerweile wird das in Deutschland dem B7-Dieselkraftstoff zugemischte Biodiesel überwiegend aus Palmöl gewonnen, also ein Umweltfrevel hoch zwei.

    XTL könnte allerdings auch ein e-Fuel sein, wobei X für beliebige Ausgangstoffe steht, meistens Gase, aus denen flüssige Treibstoffe synthetisiert werden. In Katar lässt Shell aus Erdgas Benzin und Diesel als GTL-Kraftstoffe aus Methan synthetisieren (gas to liquid).

    Bei den e-Fuels, von denen Politiker schwärmen, soll grüner Wasserstoff mit CO2 aus der Atmosphäre zu Methanol werden, woraus dann in weiteren Schritten auch Benzin und Diesel entstehen könnten. Sinnvoller wäre aber Methanol gleich als Otto-Kraftstoff zu verwenden, oder als Transportmittel für Wasserstoff per Pipeline oder Tanker. Für Dieselmotoren der Zukunft macht man aus Methanol besser OME (oxi methylen ether), das könnte auch schon jetzt statt Biodiesel dem Tankstellenkraftstoff zugemischt werden, bis 15% wäre problemlos, möglich, wenn auch der Verbrauch dann etwas steigt, wegen geringerem Heizwert.

    Brennstoffzellen-Fahrzeuge, die einen Reformer vor der Brennstoffzelle haben, der Wasserstoff an Bord aus einem hochprozentigen Methanol-Wasser-Gemisch erzeugt, benötigten keine Wasserstoff-Infrastruktur, die könnten über bestehende Tankfahrzeugflotten und Tankstellen versorgt werden.

    Wasser kann man an der Zapfsäule zumischen, dann könnten an der gleichen Säule mit "Blender" auch Verbrenner reines Methanol tanken. Tolle Möglichkeit, aber dazu muss in Deutschland Methanol als Kraftstoff freigegeben werden, gilt derzeit als zu giftig.

    Methanol ist dabei ein sehr vielseitiger Chemie-Grundstoff, der sehr vielfältig weiterverarbeitet werden kann, aber außer aus Erdgas und Kohle auch aus Müll gewonnen werden kann, wenn man die entsprechende Technik einsetzt, statt den Müll nur direkt zu verbrennen.

    Müll-Heizkraftwerke sind ja ganz nett, aber wer braucht im Sommer die Heizung, den Grundlaststrom kann man auch schlecht gebrauchen, wenn gleichzeitig Sonne und Wind im Überfluss liefern. Also wäre es geschickter den Müll in einen vielseitigen, leicht lagerfähigen Brennstoff zu verwandeln, der bedarfsgerecht verwertet werden kann.

    Dazu gibt es verschiedene Pilotanlagen, aber Müllverwertung ist ein Geschäft, das offenbar anders mehr Gewinn abwirft. In einer Anlage im sächsischen Freiberg kann man sogar aus Stroh und Klärschlamm XTL machen.


    ;)

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