Erster Monat mit dem Citroën ë-C3 Aircross Max Extended Range, mein ehrliches Fazit nach 3.400 km
Ich fahre viel. Sehr viel. Über 3.400 km im ersten Monat, Pendeln, Alltag, eine längere Reise. Genug um ein erstes ehrliches Bild zu bekommen.
Was hat mich das Auto gekostet?
257 Euro Strom für 3.400 km. Dabei habe ich in diesem Monat noch überdurchschnittlich viel an DC-Schnellladern geladen, da meine eigene Lademöglichkeit zuhause erst im Laufe des Monats installiert wurde. Die nächsten Monate lade ich zuhause zu unschlagbaren 23,6 Cent pro kWh. Der Durchschnitt wird dann noch deutlich besser aussehen.
Zum Vergleich: Mit meinem alten Diesel hätte ich für die gleiche Strecke deutlich tiefer in die Tasche gegriffen. Wer viel fährt, merkt den Unterschied schnell.
Wie weit komme ich wirklich?
Das hängt stark davon ab wie man fährt. Im Alltag plane ich mit rund 300 km Autobahn, das ist realistisch und entspannt. Auf einer Fahrt (299km Autobahn, 95% - 17%) mit Tempo 100, vier Personen und vollem Kofferraum bei frühlingshaften Temperaturen habe ich nur 13,7 kWh auf 100 km verbraucht, was einer Reichweite von fast 380 km entspricht. Wer rast, verbraucht mehr. Wer entspannt fährt, wird überrascht sein.
Laden, so kompliziert wie befürchtet?
Zuhause lade ich über eine Legrand-Steckdose mit einem Ladeziegel, ganz simpel ohne Wallbox. Mit 3,7 kW lädt das Auto über Nacht (8h), morgens ist er voll. Für Alltagsfahrer reicht das völlig aus.
Unterwegs war ich an DC-Schnellladern angenehm überrascht: Der ë-C3 Aircross hat mehrfach über 100 kW Ladeleistung erreicht, und das nicht nur bei idealen Bedingungen, sondern auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Ladezeiten waren entsprechend kurz.
Mein Fazit zum Thema Laden: Ich hatte sehr wenig erwartet. In keinem Forum oder Video das ich vorab gefunden habe wurden die Ladewerte von Citroën annähernd bestätigt, eher das Gegenteil. Umso größer die Überraschung: Mein ë-C3 hält was Citroën verspricht. Das macht wirklich Spaß.
Wie fährt er sich?
Ich bin ein entspannter Fahrer, auf der Pendlerstrecke genauso wie auf der Langstrecke, die bei mir beruflich regelmäßig dazukommt. Ich muss nicht der Schnellste sein, aber ich will auch nicht hinter jedem LKW hängen. Einfach mit dem Verkehr fließen, effizient und ohne Stress. Dafür ist der ë-C3 Aircross wie gemacht.
Mit über 190 cm habe ich ausreichend Platz. Wer nicht aus einem Neuwagen oder der Premiumklasse kommt, wird kaum etwas vermissen. Wir fahren den MAX mit allen Extras, aber selbst ohne das Winterpaket wäre ich mehr als zufrieden gewesen.
Kleine Auffälligkeiten gab es: Die Außenspiegel haben sich zweimal nicht automatisch ausgeklappt, lässt sich aber von innen nachholen, kein Drama. Ein Knacken im Soundsystem ist nach einiger Zeit von selbst verschwunden und seitdem nicht mehr aufgetreten. Android Auto läuft im Vergleich zu Apple CarPlay deutlich instabiler, was aber eher an Google als am Auto selbst liegt.
Was ich mir noch wünschen würde
Das Head-up-Display macht seinen Job, könnte aber mehr. Zumindest die Uhrzeit wäre eine sinnvolle Ergänzung, und wer navigiert möchte die Abbiegehinweise direkt im Sichtfeld haben statt immer auf den Bildschirm zu schauen.
Das Lademenü ist funktional, aber ausbaufähig. Zeitversetztes Laden und Vorklimatisierung funktionieren, gut. Die integrierte Laderoutenplanung via eRoute klappt ebenfalls, ist bei nur einem Ladestopp auf der Strecke aber ehrlich gesagt kaum nötig.
Was im Onboard Navi fehlt ist die Möglichkeit, bevorzugte Ladeanbieter zu hinterlegen. Wer seine zwei oder drei Lieblingsnetzwerke direkt im Navigationssystem priorisieren könnte, wäre damit vollkommen glücklich. Ich jedenfalls.
Mein Fazit nach einem Monat
Noch Anfang Januar war Elektromobilität für mich ein Thema für irgendwann. Ein weiterer ungeplanter Werkstattaufenthalt am alten Diesel und eine zeitlich passende Förderung (unglaublich) haben die Entscheidung dann schneller gebracht als gedacht.
Die Rechnung geht auf. Durch die Einsparungen bei Strom, THG-Prämie und KFZ-Steuer sind die Mehrkosten gegenüber dem Verbrenner überschaubar. Ich hatte kalkuliert dass Diesel langfristig teurer wird und dabei konservativ mit 1,80 € gerechnet. Dass wir im April 2026 bei 2,30 € und mehr stehen würden, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Das hat die Entscheidung im Nachhinein noch einmal deutlich bestätigt.
Der ë-C3 Aircross ist nach einem Monat und 3.400 km genau das was ich mir erhofft hatte: ein unkompliziertes, günstig zu fahrendes, solides Elektroauto. Kein Kompromiss, sondern einfach ein gutes Auto.
Ich bin gespannt was noch kommt.
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Grüße aus dem Nordwesten